Lasst uns Japan atomisieren

Nachdem es die ganzen letzten Tag im Fernsehen läuft, dürfte so langsam jeder mitbekommen haben, was gerade groß und wichtig ist: Die Kernschmelze in Japan.

Alles neu?!
Selbst unsere Bundeskanzlerin räumt ein, dass nach Japan nichts so ist, wie vorher. Wirklich? Was hat sich denn geändert? In Deutschland gibt es auch nach Japan keine Tsunamis, kein Kraftwerk hat sich verändert, kein Stein steht plötzlich anders da. Nach Japan hat sich also alles geändert? Ganz im Gegenteil, nach Japan hat sich nichts geändert.

Es sind nicht urplötzlich andere Kraftwerke, nicht urplötzlich Gefahren, die vorher nicht gewesen wären. Nichts davon ist neu, nichts davon kam erst nach Japan. „Urplötzlich“ scheint nur diesen selbsternannten Herrschern wieder eingefallen zu sein, was zum Teufel eigentlich ein Atomkraftwerk ist. Selbst eine Doktorin der Physik scheint wenig Interesse daran zu haben, was eigentlich in so einem Kraftwerk abläuft, welches die drittgefährlichste Form der Energieerzeugung benutzt. Davor stehen die bisher nicht kontrollierbare Fusion und die Materieauslöschung mittels Antimaterie, welche viel zu aufwendig erzeugt werden muss, als dass sie irgendwie lukrativ Energie liefern könnte. Das alles sind übrigens physikalische Energiegewinnungen (Verbrennung ist lediglich eine chemische Reaktion).

Haben diese Leute nie zuvor etwas von Restwärme gehört? Jener trügerischer Begriff, welcher die Energie bezeichnet, die selbst nachdem die Steuerstäbe die Kettenreaktion unterbinden, frei wird und also den Reaktorkern weiter aufheizt? Und was genau wollen mir die Nachrichten sagen, wenn man darüber diskutiert, wie gefährlich ein Kraftwerk ist, in dem die Notfallsystem im selben Gebäude wie das Hauptsystem stehen? Oder kurz: Welcher Depp hat denn diesen Mist ausgearbeitet?

Die andere Katastrophe
Japan hat nichts verändert, keine neuen Erkenntnisse, keine überraschenden Ereignisse. Und dennoch springen jetzt alle wild umher, stellen gar Vergleiche zu Tschernobyl auf. Tschernobyl? Das war voll mit Graphit, also lustig brennbarem Kohlenstoff. Und zudem haben dort viele Leute viel Mist gebaut. Diesen Vergleich sollte man nicht zu sehr strapazieren.

Es spielt auch keine Rolle, was in Tschernobyl passiert ist und es ist ein Armutszeugnis, dass es eine Rolle spielt, was in Japan passiert ist. Ungezählte Menschen wurden durch den Tsunami getötet, Tausende sind obdachlos und die Beben sind noch nicht vorbei. Das Volk hat einen massiven Schaden erlitten, der noch Jahre andauern wird, aber wir machen erstmal einen großen Aufstand wegen dem Atommeiler, weil vorher ja keiner wusste, dass die Dinger irgendwie gefährlich sein könnten…

Und täglich grüßt…
Es ist ein Trauerspiel, seit Jahrzehnten bekannte Gefahren werden gegen jeglichen Widerstand einfach ignoriert, bis irgendwo die Bombe platzt. Und selbst das ist dann ein „Glücksfall“. Bisherige Debakel im Umweltschutz haben kein E10 verhindert, diverser Vertrauensverlust hinderte niemanden daran Hoteliers zu begünstigen. Und aus einer miserablen Finanzpolitik wurde auch nichts gelernt. Ebenso steht es mit der Atomkraft. Seit Jahrzehnten protestieren die verschiedensten Gruppen gegen die Atomkraft, immer mit denselben Argumenten, immer mit denselben Punkten. Und nichts bewegt sich, bis mal ein Meiler den Hintern hoch macht.

Japan als Präzedenzfall
Dass es ausgerechnet Japan trifft, dürfte indes wenig verwundern. Im Kreuzfeuer von wohl vier tektonischen Platten, war die Frage niemals ob es passiert, sondern nur wann. Aber die haben ja schon Erfahrung mit solchen Zwischenfällen, nachdem Hiroshima und Nagasaki bereits zugunsten des Atomwaffenausstieges Opfer brachten.

Also zwei Atombomben, um aus dem nuklearen Waffengeschäft aus zu treten, ein paar Kraftwerke, damit auch die Politiker bemerken, was ein Atomkraftwerk ist… Ich bin ein großer Fan von Japan, ich finde ihre Kultur interessant, sehe gerne Animes und bin allgemein den wenigsten Dingen abgeneigt, die aus dieser Richtung kommen (mal abgesehen vom Walfleisch) aber es scheint immer klarer, man kann es kaum noch leugnen: Japan ist das Opfer. Und wenn die weltpolitische Lage weiterhin nur dann ihren globales Hirn anstrengt, wenn irgendwo eine Region unbewohnbar wird, dann müssen wir uns überlegen:Wollen wir Japan verstrahlen?

Wir können gerne die Menschen vorher evakuieren, dann kann man auch gleich noch mal über die bösen Einwanderer und Abschiebungen nachdenken. Ob man nun Afrikaner in Krisengebiete ausweist, in denen sie nicht einmal wissen, wie sie die nächste Woche unbeschadet überleben, oder ob wir dann die Japaner in ein vollständig verstrahltes Land schicken ist doch bei genauer Betrachtung kein Unterschied. Abgesehen davon, dass nukleare Katastrophen scheinbar viel schlimmer sind, als Hunger, Krieg und jede andere Form von Zerstörung.

Ich lehne Gewalt ab, aber es scheint ja ganz im Sinne der Politik zu sein, also lasst uns Japan atomisieren. Ihr werdet sehen, die Folgen sind schrecklich, eine Kultur wird zerstört und Millionen Menschen werden obdachlos. Und diese inkompetenten Labertaschen, deren zumeist mittelmäßig produktive Tätigkeit irgendwann einmal als „Politik“ legitimiert wurde, fangen vielleicht mal an etwas für das Geld zu tun, das ihnen der Bürger zusteckt, nachdem sie oft genug bewiesen haben, dass ihre außerplanmäßigen Einnahmen (sogenannte „Spenden“) wahre Wunder wirken können.

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