Lins Rettung

Wir erinnern uns an jene Szene, als Lin sich entschied, die Luftschiffe an zu greifen, damit die Luftbändiger in Ruhe fliehen konnten und gerade zum Sprung auf das zweite ansetzte…

Mit einem großen Satz und mithilfe ihrer Metallbändigung sprang Lin von dem ersten Luftschiff auf das Zweite. Die Equivalisten, welche bereits ihren ersten Angriff sahen, hetzten atemlos das Luftschiff hinauf. „Wir müssen sie aufhalten!“ riefen sie einander zu, als ob sie ihren Atem nicht besser verwenden könnten. Hoffentlich rechtzeitig erreichten sie die Luke nach oben, ergriffen in Windeseile ihre Fangbänder und öffneten die Klappe. Kaum hatten sie Lin erspäht, warfen sie bereits eine Elektroschokbola, bevor sie auch noch ernsthaften Schaden am zweiten Luftschiff anrichten konnte, doch es war längst zu spät. Längst klaffte ein ausreichend großes Loch in der Außenhülle, um das Luftschiff am Weiterflug zu hindern.

Lin wiederum, hatte selbst keine ausreichende Zeit, um angemessen auf den Angriff zu reagieren. Diese brauchte sie aber auch nicht. Eigentlich war ihre Situation denkbar schlecht, hinter ihr Equivalisten, eine Schockbole im Anflug und kein Metall in der Nähe, das sie schnell genug bändigen konnte, um jenen Angriff ab zu wehren. Das heißt, kein Metall, bis auf eine bisher freudig ignorierte Kleinigkeit. Zum ersten Mal war keine Zeit zu überdenken, keine Chance zum ausweichen, es blieb nur eine Möglichkeit, von der sie gehofft hatte, nie Gebrauch machen zu müssen. Mit einem Ruck schmiss Lin ihre Arme nach Hinten und bändigte ihre eigene Rüstung von ihrem Körper. Es war die einzige Chance, mit der sie den Waffen der Equivalisten noch etwas entgegen zu setzen hatte. Eine Chance, die neben des großen Überraschungseffektes aber auch sehr effektiv war. Nicht nur fing die Rüstung die Bola in der Luft ab und ließ den Elektroschock verpuffen. Zugleich konnte die fliegende Rüstung den in ihrer Lucke steckenden Equivalisten gehörig eins auf die Zwölf geben. Das Ganze wäre sicherlich noch beeindruckender gewesen, wenn Lin nicht halbnackt auf einem Luftschiff stünde, das dank des bereits erwähnten Loches rasch an Höhe verlor…

„Daddy Daddy, das Luftschiff stürzt ab.“ schrien die beiden Mädchen, woraufhin sich Tensen Augen weiteten. Als ob die Metallrüstung selbst nicht bereits ausreichen würde, um Lins nasses Grab zu besiegeln, waren sie zusätzlich zu weit vom Land entfernt, als dass eine Erdbändigerin dieses erreichen könnte. Zwar muss er seine Familie in Sicherheit bringen und Lin hatte sich selbst dafür entschieden, sich für den Schutz der letzten Luftbändiger in die Hände des Feindes zu begeben, aber Tensen konnte und wollte unter keinen Umständen ihren Tod mitverantworten. Ohne zu überlegen drückte er Milo die Zügel in die Hand „Ich liebe euch, aber ich kann Lin nicht zurücklassen.“ Mit diesen Worten sprang er vom Bison in die Tiefe und kreierte im Fallen unter sich einen riesigen Luftball. Beim Auftreffen auf die Wasseroberfläche, schlug diese einen nicht unbeachtenswerten Krater ins Wasser, dessen Schönheit leider im Augenblick nicht einmal seine Familie beeindrucken konnte, die verdutzt in die Tiefe starrten. Dafür bot er ausreichend auftrieb, so dass Tensen damit Luftschiff fliegen konnte, das just in diesem moment auf dem Wasser aufschlug.

„LIIIIN!“ Tensen schrie nach ihr, als er sich dem sinkenden Luftschiff näherte, dessen handvoll technische Teile dank Wasserkontakt zu explodieren begannen. Lin jedoch hatte im Augenblick andere Sorgen, als nach Schreien Ausschau zu halten. Sie war bemüht die Equivalisten auf dem Schiff ab zu wehren, die es sich in den Kopf gesetzt hatten, sie von einigen Rettungsbooten aus einfangen zu wollen. Erst als ihr ein durch Tensen gebändigter Wind um die Ohren sauste, welcher nicht zufällig nebenbei die umzingelnden Equivalisten ins kühle Nass beförderte, realisierte sie ihren Retter. Da es beiden an Erfahrung mit von Equivalisten umzingelten, untergehenden Luftschiffen mangelte, ersparten sie sich jegliche peinliche Augenblicke, in denen man so Kleinigkeiten wie etwa den Kleidungsgrad des anderen hätte feststellen können. Ebenso wie auch die Tatsache, dass Tensen mitsamt den Equivalisten auch Lins Rüstung weggeweht hatte. Stattdessen sprang er in einer Bewegung auf Lin zu, legte einen Arm fest um sie und formte augenblicklich einen kleinen Tornado unter ihnen, der sie wieder in die Luft hob. Ihr „Tensen, was tust du da?!“ wurde von der strömenden Luft übertönt, als sie emporstiegen und galant auf ihrem fliegenden Bison landeten. Milo ward zwischenzeitlich als Steuermann von den beiden Mädchen abgelöst.

„Gut gemacht Mädchen, und nun lasst uns von hier verschwinden.“ Die Equivalsiten hatten keine Wahl, als dem fliegenden Bison hinterher zu starren, während die Luftschiffe und Lins geliebte Rüstung im Meer versanken.

„Danke Tensen…“ presste Lin heraus „Nein Lin, wir haben zu danken. Du hast dein Leben riskiert, um uns zu retten.“ Vermutlich lag es daran, dass die beiden gerade ziemlich im Stress waren, aber ihnen war im Gegensatz zu den restlichen Aufsassen eine Kleinigkeit entfallen. Glücklicherweise reagierte Tensens Frau schnell und klatschte Lin mit einem leicht ironsichen „Ich hoffe doch du wolltest uns nicht in diesem Outfit begleiten?“ ein Tuch ins Gesicht. Lin und Tensen starrten für einen Augenblick geistesabwesend an ihr herunter, nur um beide exakt einen Augenblick später hochrot anzulaufen und sich peinlich berührt weg zu drehen. Tensen nutzte die Gelegenheit, wieder die Zügel zu übernehmen, während Lin den Blick Milos traf, als sie sich in das Tuch wickelte. Trotz seines Alters verstand er es ein angemessen unangemessenes Gesicht zu ziehen, wofür er sich von seinen Schwestern sogleich eine Kopfnuss einfing, ehe Lin in das Tuch gewickelt versuchte, im Boden zu versinken. Angesichts ihrer momentanen Situation, hätte dies jedoch eine recht unsanfte Landung mitten im Meer zur Folge, welche sie aber für einen Augenblick als ernsthafte Alternative in Betracht zog. Am Ende blieb man jedoch beim kollektiven, peinlich berührten Schweigen.

Hintergedanken

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Eine Antwort zu Lins Rettung

  1. lokisson schreibt:

    Sehr schön 🙂

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